Als harmlos hingegen können wir wohl die körperliche Eigenliebe betrachten, wobei das etwas unfeinere Wort für den Betreibenden ja nicht umsonst eines der beliebtesten Schimpfworte ist. Neben sich selbst kann man alles mögliche lieben: Familie, Freunde, Tiere, Blumen, Umwelt, Essen, Trinken, Hobbys etc.. Beim konventionellsten Verständnis des Begriffs handelt es sich um die Liebe zum (potentiellen) Partner. Um sie geht es beim Valentinstag.

Allgemein kann man festhalten, dass die Liebe an sich erstmal etwas Gutes ist. Man ist beseelt vom Gefühl der Glückseligkeit und dem Wunsch, den auserkorenen Partner ebenso glücklich zu machen. Unserer Erfahrung nach, ist der kürzeste Weg dahin Sekt. Deshalb empfehlen wir euch diesen Monat den Blanc de Noir von den KRACK Jungs. Der taugt zwar nicht nur am Valentinstag, aber es ist mal wieder ein guter Anlass.

A WITCH, A DRAGON & ME

GW: Was liest du gerade bzw. hast du gelesen und hat dich das auf neue Ideen gebracht?  

PASCAL HEDRICH: »The Monocle Guide to Better Living« ein wirklich tolles Buch und ein kleines Design Objekt für sich. Die haben nur Kapstadt vergessen. Auf neue Ideen komme ich meistens beim Laufen oder Schwimmen, wenn ich alles verarbeite.

GW: Welche Musik hörst du beim Arbeiten?  

PASCAL HEDRICH: Flux FM

GW: Was hast du immer dabei, wenn du aus dem Haus gehst? 

PASCAL HEDRICH: Alle meine Spleens 

GW: Apropos mit sich tragen: Was war der beste Ratschlag, den du je mitgenommen hast? 

PASCAL HEDRICH: Das war vielleicht nicht der hilfreichste, dafür aber der lustigste. Leider ein insider…aber trotzdem: Kauf auch Tomaten (Mama). Der hilfreichste war wohl: Schlaf mal eine Nacht darüber. Natürlich ebenfalls von der besten Mama, und wahnsinnig wichtig für einen, des öfteren doch sehr impulsiven Menschen wie mich. Klappt manchmal.

GW: Der letzte Drink, den du getrunken hast? Mit wem und warum? 

PASCAL HEDRICH: Tatsächlich ein Hendrick’ s Tonic mit einem meiner besten Freunde in Berlin. Warum? Nur so...und weil sie dort noch keinen Muscatel hatten ;)

GW: Wo wir eh gerade beim Trinken sind - Was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan? 

PASCAL HEDRICH: Haha, ernsthaft? Ihr stellt nem Gastro- und Schnapstypen so ne Frage? Noch mal, wieviel Zeit habt ihr?

GW: Was liest du gerade bzw. hast du gelesen und hat dich das auf neue Ideen gebracht?  

PASCAL HEDRICH: »The Monocle Guide to Better Living« ein wirklich tolles Buch und ein kleines Design Objekt für sich. Die haben nur Kapstadt vergessen. Auf neue Ideen komme ich meistens beim Laufen oder Schwimmen, wenn ich alles verarbeite.

GW: Welche Musik hörst du beim Arbeiten?  

PASCAL HEDRICH: Flux FM

GW: Was hast du immer dabei, wenn du aus dem Haus gehst? 

PASCAL HEDRICH: Alle meine Spleens 

GW: Apropos mit sich tragen: Was war der beste Ratschlag, den du je mitgenommen hast? 

PASCAL HEDRICH: Das war vielleicht nicht der hilfreichste, dafür aber der lustigste. Leider ein insider…aber trotzdem: Kauf auch Tomaten (Mama). Der hilfreichste war wohl: Schlaf mal eine Nacht darüber. Natürlich ebenfalls von der besten Mama, und wahnsinnig wichtig für einen, des öfteren doch sehr impulsiven Menschen wie mich. Klappt manchmal.

GW: Der letzte Drink, den du getrunken hast? Mit wem und warum? 

PASCAL HEDRICH: Tatsächlich ein Hendrick’ s Tonic mit einem meiner besten Freunde in Berlin. Warum? Nur so...und weil sie dort noch keinen Muscatel hatten ;)

GW: Wo wir eh gerade beim Trinken sind - Was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan? 

PASCAL HEDRICH: Haha, ernsthaft? Ihr stellt nem Gastro- und Schnapstypen so ne Frage? Noch mal, wieviel Zeit habt ihr?

WE LOVE – DIE GROSSSTADTGÄRTNEREI

Einer der größten deutschen Fluggesellschaften befördert jedes Jahr nur für Valentinstag knapp 1000 Tonnen Rosen aus Afrika und Südamerika nach Deutschland. Bei den riesigen Mengen an Blumen, die nur für diesen einen Tag nach Deutschland kommen, haben wir uns gedacht, dass es eine schöne Idee wäre, Blumen lieber selber anzupflanzen. 

Bei unserer Recherche sind wir auf die Jungs von der »Grossstadtgärtnerei« gestoßen und haben uns ein bisschen in ihre Idee verliebt. Über ihre Website vertreiben die Jungs nämlich so genannte “Seedbombs”. Die Dinger kommen eigentlich aus der Guerilla-Gardening-Szene und sind eine Mischung aus Ton, Kompost und Samen, die in eine handliche Kugel geformt werden. Diese Samenbombe wurden von Umweltaktivisten im Untergrundkampf gegen die graue Tristesse von Großstädten eingesetzt, um brachliegende Grünflachen wieder zu beleben und so wieder mehr Farbe in die Stadt zu bringen.

Für uns klingt das nach einer perfekten Idee für Valentinstag. Anstatt der angebeteten Person einfach Blumen zu kaufen, kann man Dank der Seedbomb auch selber welche anpflanzen. 

Oder noch besser, gleich beim ersten Date wildromantisch als Bonnie und Clyde der Blumenwelt durch die Stadt zu ziehen und gemeinsam ein pflanzliches Denkmal der Liebe zu setzten. So haben die Schmetterlinge in eurem Bauch nicht nur einen guten Landeplatz, sondern man kann die gemeinsame Beziehung anhand von wild wachsenden Blumen verfolgen, anstatt einen verwelkten Strauß nach ein paar Tagen in den Müll zu werfen.

Dabei tut man nicht nur etwas Gutes für sich sondern auch für seine Mitmenschen und die Umwelt. Mit den Seedbombs “Bienenschmaus” kann man leckere Blumen für unsere bedrohten Bienen anpflanzen und so nicht nur ein bisschen mehr Farbe in den Alltag bringen, sondern auch noch zum Erhalt der Bienen beitragen.

Für uns ist das ein schönes Zeichen der Liebe gegenüber sich selbst, seiner Umwelt und den Tieren. Deswegen: Spread the Love!

HIER geht's weiter zu den Stadtgärtnern.

TARTE NOVELLE

Im Dezember 2012 produzierte die Financial Times Deutschland ihre letzte Ausgabe. Im Zuge dessen haben wir nicht nur eine wertvolle Zeitung verloren, sondern auch Teresa ihren Job.

Man kann das Ganze dennoch mit einem weinenden und einem lachenden 
Auge betrachten, denn dadurch schreibt sie heute nicht mehr auf Papier, sondern auf Tartes.

Gut für uns, denn man kann die besagten Backwaren bestellen bzw. verschicken 
lassen. Stellt euch doch einfach mal vor, wie sehr ihr euch freuen würdet, wenn der Postbote bei euch klingelt und euch einen köstlichen, wunderschönen und mit Liebe gebackenen Kuchen in die Hand drückt. Geil, oder? 


Diese Freude könnt ihr eurer Liebsten bzw. eurem Liebsten bereiten. Schaut einfach mal bei www.tartenovelle.de vorbei, sucht das Passende aus und auf geht’s. Seit dem es dieses Internet gibt, sind Fernbeziehungen so viel leichter geworden…

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TARTE NOVELLE

Eigentlich gewähren wir euch an dieser Stelle immer einen kleinen Blick hinter unsere Kulissen, aber dieses Mal zweckentfremden wir diese Kategorie etwas. Wir wollen euch von Danny erzählen, den ihr bereits von einigen der Fotos auf unserer Page kennt. Auf verschlungenen (Rad)wegen ist er auf ein Projekt aufmerksam geworden, bei dem es darum geht, Seecontainer in Schulbibliotheken umzubauen und diese dann südafrikanischen Schulen zur Verfügung zu stellen. 

In der Regel passiert das direkt vor Ort, aber Danny gefiel die Idee einen eigenen Mainzer Container in Südafrika stehen zu haben. So können sich auch die Leute hier aktiv an der Gestaltung beteiligen. Mittlerweile hat er den ersten Container auf den Weg gebracht und plant bereits den zweiten. Schaut euch das Projekt ruhig mal an. Wir finden es ziemlich grandios!
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HIER geht's zu dem Projekt.

Take a walk on the wild side – Wilde Susi

Der bisher absurdeste November in unserer Erinnerung ist angebrochen. Es ist dermaßen warm, dass in jedem Weinkeller die Fruchtfliegen völlig durchdrehen. Wir waren gestern unterwegs, um ein paar Weine des neuen Jahrgangs im Tank zu probieren und kamen kaum um die obligatorische Fleischbeilage im Glas herum… Apropos Fleischbeilage: Mit der Jahreszeit kommt ja eigentlich auch die Herbstküche, also viel Wild. Ehrlicherweise haben wir aber bei 17 °C nur begrenzt Bock auf Wildschweinbraten mit Rotkohl und Klößen. Eigentlich fühlt man sich eher nach spazieren, grillen und Frischluft inhalieren.

Wir hätten es selbst nicht geglaubt, aber wir müssen euch einen Outdoorwein empfehlen. Und weil es immer so doof ist, Gläser mitzuschleppen, nehmen wir einfach etwas, was man aus der Pulle trinken kann, nämlich Schorle. Oder genauer gesagt: Die wilde Susi. Da ist immerhin noch eine Wildsau drauf, damit ihr nicht völlig aus dem jahreszeitlichen Rahmen fallt…

PHILIPP VOM WEINGUT WASEM

Ein richtig spannendes Weingut aus Ingelheim in Rheinhessen, das schon seit 1726 von der Familie Wasem betrieben wird. Es ist faszinierend wie Tradition und Moderne hier Hand in Hand gehen. Die beiden jungen Winzer Julius und Philipp Wasem produzieren Weine, die einfach Spaß machen. Vom frischen leichten Weisswein, bis hin zum Granaten-Spätburgunder! Wir haben Philipp ein paar Fragen gestellt, damit ihr ihn etwas besser kennenlernt.

GW: Wie würde dich dein bester Kumpel oder deine beste Freundin beschreiben?

PHILIPP: Kreativ, ehrgeizig und für jeden Spaß zu haben - diese Charaktereigenschaften beschreiben Philipp punktgenau. Ob zu einem Glas Wein oder auch zwei, er ist für schöne Momente jederzeit zu haben.

GW: Wärst du mit dieser Beschreibung einverstanden oder möchtest du noch etwas hinzufügen?

PHILIPP: Ja… aus »einem Glas Wein oder auch zwei« kann bei schönen Abenden auch mal ‘ne Flasche werden…

GW: Hast du irgendeinen Spleen?

PHILIPP: Naja, wenn Mama gesagt hat »Ordnung muss sein!«, habe ich das wohl ein wenig zu genau genommen. Bei mir muss alles an seinem Platz liegen sonst werde ich nervös … Vielleicht kann man es ja aber auch Präzision und Konstanz nennen. Aber genau das ist es ja, was sich jeder Winzer für seinen Wein wünscht, nämlich eine gewisse Präzision der Aromen und Geschmäcker und das am liebsten in jedem Jahrgang.

GW: Wein herzustellen ist eine Mischung aus solidem Handwerk und freier Kunst. Wo holst du dir deine Inspirationen?

PHILIPP: Eigentlich hört man am Ende eines Weintastings immer die gleiche Frage: »Trinkst du eigentlich nur deine eigenen Weine? Und was ist Ihr Lieblingswein?« Aber Inspiration hat natürlich etwas mit Einflüssen und Impressionen zu tun, die man dann in seinem Handeln – oder um im Wortlaut zu bleiben – Handwerk umsetzt. Somit ziehen wir unsere Inspirationen natürlich auch aus anderen, oft natürlich fantastischen Weinen von Freunden und anderen Winzern über die Landesgrenzen hinaus. Selbst, wenn mir der Wein mal nicht zusagt, ist da ja auch, oder gerade, einen Art Inspiration etwas besser und anders zu machen.

GW: Welche Musik hörst du beim Arbeiten?

PHILIPP: Ich war noch nie ein großer CD-Sammler oder Radiohörer. Am liebsten höre ich bei der Arbeit ein spannendes Hörbuch. Wann hat man schon einmal die Zeit ein Buch aufzuschlagen, also lasse ich mir einfach vorlesen.

GW: Was hast du immer dabei, wenn du aus dem Haus gehst?

PHILIPP: Edding, Cutter, Kugelschreiber, Büroklammern, Kopfhörer und mein iPhone - mehr braucht der moderne Winzer nicht… Früher hieß es immer zum »Winzerbub«: Mit einem Messer und einem Stück »Wingertsdraht« kann man alles umsetzen und ist jederzeit bereit! – vielleicht ist das die moderne Version?!

GW: Apropos mit sich tragen: Was war der beste Ratschlag, den du je mitgenommen hast?

PHILIPP: »Die Qualität des Weines entsteht im Weinberg. Die Aufgabe des Winzers ist es, nach der Lese die Qualität des Urproduktes so hoch wie möglich zu halten!« Alles, was in den Schritten danach geschieht, erhält im besten Fall die Qualität des Grundproduktes, kann es aber im schlimmsten Fall negativ beeinflussen.

GW: Der letzte Wein, den du getrunken hast? Mit wem und warum?

PHILIPP: Wein darf man es eigentlich noch überhaupt nicht nennen, weil es noch keine 6,5 % Vol. hat, aber das Letzte was ich mit Julius (das ist mein älterer Bruder) gerade heute Morgen verkostet haben - und ja das Winzerleben ist hart – ist unsere 2015er Riesling Trockenbeerenauslese. Selektiert wird dieser besondere Wein aus Beeren die mit einem Edelfäulepilz versehen, kaum noch Wasser besitzen und somit eher in Richtung Rosinen gehen. Im Moment probiert sie sich noch wie ein intensiv exotisch, öliger Traubensaft mit einer geilen Frucht, der lange über die Zunge tanzt. Er wird aber bald durch den steigenden Alkoholgehalt noch (Ziel sind auch etwa 6,5% Vol.) viel klarer und noch präziser werden … wir sind also gespannt!

Das Ankermesser von der Firma Otter ist ein absoluter Klassiker...

eigentlich kommt es aus der Schifffahrt. Die grade Klinge eignet sich perfekt, um Taue zu schneiden und Fische zu entschuppen und ist damit auch optimal für jeden Wildnis-Fan. Heute hat sich das Modell aber auch als Alltagsmesser etabliert, z.B. wenn man im Steakhaus mal wieder nur den kindersicheren Abklatsch eines Messers bekommt.

Die Firma Otter wurde um 1840 in einem kleinen Kotten – einer traditionellen wasserbetriebenen Schleiferei – an der Königsmühle in Solingen gegründet. Ihr Name stammt von den Fisch-Ottern, die damals an den Ufern der Bäche und Flüsse im Bergischen Land lebten. Noch heute werden die Otter-Messer komplett in Solingen gefertigt. Aus diesem Grund kam die Manufaktur mit dem Moritz Wenz Studio zusammen, denn dieses dient als Plattform und Schnittstelle traditioneller Manufaktur und modernem Entrepreneurship. Die Philosophie des Studios ist die Fertigung im eigenen Land, sowie die Zusammenarbeit mit kleinen Unternehmen und Familienbetrieben. So entstehen Konzepte und qualitative Produkte mit Historie, Seele und Zukunft.

Das vollständige Set aus Messer, Lederetui, Schleifstein und Pflegeöl entstand in enger Zusammenarbeit des Unternehmens Otter und dem Moritz Wenz Studio und bietet die Möglichkeit das Messer zu pflegen und selbst zu schärfen. Das Set, aber auch alle anderen Otter-Produkte und noch vieles mehr, findet ihr im Shop von Moritz.

GEILE WEINE TIPP – GUTBURGERLICH

Das Gutburgerlich in Gießen ist das absolut Beste, was wir in der mittlerweile ziemlich bunten Burgerwelt Deutschlands kennen! Doms ist ein im besten Sinne Besessener, was die Kreation neuer Köstlichkeiten im Brötchen angeht. Er und sein Kompagnon Minas bilden die Keimzellen des mittelhessischen Wild-Bunchs.

Wir haben uns, wie sollte es anders sein, auf einer Party kennengelernt und spontan Pläne geschmiedet. Dabei rausgekommen sind mittlerweile (circa…) 10 Wein&Burger Tastings. Was uns dort bisher aufgetischt wurde, grenzt an absolute Frechheit! Angefangen beim Wildschweinburger mit karamellisiertem Rosenkohl, über Schweinebauch mit Pulpo, bis zum Vitello-Tonnato-Burger - es bleibt kein Auge trocken. Wenn es euch einmal in die Gegend verschlägt, ist der Besuch auf jeden Fall Pflichtprogramm.

Fotos: Schiebezimmer

WEIN DES MONATS – GOLDGEYER SPÄTBURGUNDER

Kurz bevor Mutter-Natur in den Winterschlaf geht, haut sie nochmal richtig auf den Putz und schwingt verschwenderisch den Farbpinsel. Alles ehemals Grüne leuchtet rot-gelb-bunt und wenn dann auch noch die letzten kühlen Sonnenstrahlen auf die Farbenpracht fallen, scheint einem die Welt so kitschig, wie das Bild über Tante Rosis Plüschsofa. Herrlich schön! Aber jetzt mal ernsthaft - wer kommt im goldenen Oktober nicht ins Schwärmen? Mit entrücktem Grinsen die letzen Sonnenstrahlen zu genießen, mit den Füssen durch’s Laub rascheln und dann zu Hause die einkehrende Gemütlichkeit begrüßen. So kann man sich den perfekten Sonntag vorstellen. Zu dessen Abschluss braucht es natürlich den passenden Wein.

Wir legen euch dafür den Goldgeyer Spätburgunder von Karl May ans Herz. Der passt nicht nur vom Namen zum Monat, sondern auch vom Typ. Er wärmt nämlich von innen. Aus Winzersicht bricht jetzt natürlich auch die spannendste Jahreszeit an, bzw. ist sie in diesem Jahr schon fast wieder vorbei. Die Trauben waren insgesamt sehr früh dran, weil es sehr früh warm war. Hinzu kommt, dass sich der Sommer als etwas zu trocken gestaltete und es nach hinten raus späten Regen gab. Aber abgesehen davon sind alle Winzer, mit denen wir gesprochen haben, relativ glücklich und das Jahr eine runde Sache. Man darf sich schonmal auf die 2015er freuen!

FABIAN VOM WEINGUT ZIMMER-MENGEL

GW: Wie würde dich dein bester Kumpel oder deine beste Freundin beschreiben?

FABIAN: Fabian ist ein sehr ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch. Hat er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt, ist er nur schwer davon wieder abzubringen – ein echter Wassermann. Doch ein wenig Gegenwind tut ihm dabei auch gut, um ihn zu bremsen. Dadurch zieht er auch die Ansichten anderer in Betracht. Wein ist sein Lebensmittelpunkt, doch er ist stets offen neues zu entdecken. Sympathisch und selbstbewusst kommt er bei anderen Leuten gut an und kann sie von seinem Tun begeistern. Hat man einmal Schwierigkeiten, so ist er ein Kumpel mit dem man durch dick und dünn gehen kann.

GW: Hast du irgendeinen Spleen?

FABIAN: Adrenalin! Ich stehe darauf Dinge zu tun, bei denen es mir in den Fingern kribbelt. Meine Motocrossmaschine steht dazu jederzeit parat. Aber es darf gerne auch mal ein Fallschirmsprung, eine Achterbahnfahrt, ein Sprung von der Klippe ins Wasser oder das Baden in einem eiskalten Bergsee beim Wandern sein.

GW: Wein herzustellen ist eine Mischung aus solidem Handwerk und freier Kunst. Wo holst du dir deine Inspirationen?

FABIAN: Als erstes ist es mir wichtig zu verstehen, wo die Rebe wächst und zu verstehen, wie sie sich an diesem Standort fühlt. Davon mache ich meine Entscheidungen abhängig, wie ich einen Wein mache und handele stets nach meinem Bauchgefühl. Übertriebene Planung ist nichts für mich beim Weinmachen. Dabei habe ich jedoch stets den bestimmten Geschmack des jeweiligen Weines im Kopf, denn so beginnt für mich das Weinmachen. Wir bewirtschaften hoch gelegene Weinberge, viele davon am Nordhang. Dort reifen die Trauben erst spät. Vor allem die kühle Mineralität der späteren Reife der Nordlagen und den salzig-mineralischen Touch der Ton- und Kalkmergelböden möchte ich authentisch zum Ausdruck bringen. Das waren meine ersten Überlegungen als ich in das Weingut meiner Eltern eingestiegen bin.

GW: Was liest du gerade bzw. hast du gelesen und hat dich das auf neue Ideen gebracht?

FABIAN: »Die Kunst des klaren Denkens« – Rolf Dobelli. Ich bin ein Mensch der stets nach Erklärungen und Begründungen sucht. Aus diesem Buch habe ich mitgenommen, dass man auch einmal falsch liegen kann oder sich zu einseitig in etwas verrennt.

GW: Welche Musik hörst du beim Arbeiten?

FABIAN: Ich brauche immer viel Abwechslung in meinem Leben. Und so ist es auch bei der Musik. Ich höre gerne Kings of Leon, Guns n Roses, Pink Floyd und auch die Bloodhound Gang. Es darf gerne etwas mit Pepp sein. Drum and Bass oder House geht mir auch mal ganz gut rein!

GW: Was hast du immer dabei, wenn du aus dem Haus gehst?

FABIAN: Handy, Schlüssel, Portemonnaie. Immer an der jeweils ein und selben Stelle, denn alles andere ist mir unangenehm. Handy links, Schlüssel rechts, Portemonnaie hinten rechts. GW: Apropos mit sich tragen: Was war der beste Ratschlag, den du je mitgenommen hast?

FABIAN: Niemals aufgeben, glaube an deine Träume und lebe sie. Das Leben ist was du draus machst!

GW: Der letzte Wein, den du getrunken hast? Mit wem und warum?

FABIAN: Wein trinke ich täglich. Doch der letzte, den ich intensiv probiert habe und der mich fasziniert hat ist… 2013 Riesling »Purist« von Axel Pauly mit Bastian, meinem Bruder. Dieser Wein wurde mir von einem Bekannten empfohlen. Der Wein hat eine derbe Säure und Kargheit, bei wenig Alkohol. Ich schätze die Ehrlichkeit und die Ursprünglichkeit in diesem Wein. Man hat das Gefühl man beißt auf den Schieferstein der Mosel!

GW: Wo wir eh gerade beim Trinken sind - Was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan?

FABIAN: Ich wäre vermutlich nie kopfüber in den Rhein gesprungen…

We Love: Roll/Truss/Cage Bottle Openers.

Schönheit ist ein abstrakter Begriff. Sie liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, ist also subjektiv. Was wir schön finden und warum wir etwas als solches begreifen, kann dabei ganz unterschiedliche Gründe haben. Es kann die Form sein, die Farbe, die Funktion oder die Abwesenheit dessen.

Wenn man ein Objekt betrachtet und es als wohlgestaltet, also schön, empfindet, ohne dessen Funktion zu kennen, hat der Designer dahinter ganze Arbeit geleistet. Ein ganz famoses Beispiel dafür sind die Flaschenöffner des kanadischen Umbra Studios. Kleine Goldschätze, die man lieber auf den Tisch legt, als sie in der Schublade zu verstecken, bis man sie braucht. So wird durch alltägliche Gegenstände eben dieser schöner.

Leaf me this way!

Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter bunt. Nun gut, zu Dekorationszwecken haben wir ja schon oft Herbstlaub gesammelt und es mit Goldfarbe angesprüht. ‘Nice try’ – mussten wir uns dann selbst eingestehen, als wir die berauschend schöne Kollektion von LEAF ME entdeckten.

Die haben doch allen Ernstes verschiedene Blätter in Handarbeit aus einem Stück Messing gefräst, es nachher wahlweise mit Gelb- oder Roségold überzogen und jeweils an ein farbiges Band gehängt. Die kleine Schmuckkollektion ist so einfach, reduziert und formschön geraten, dass man gar nicht anders kann, als sich sofort eines der Blättchen um den Hals zu hängen. Als da wären: Coca-Blatt, Tabak-Blatt,

WEIN DES MONATS – JONES ROUGE

Die Welt um uns herum dreht sich, zumindest gefühlt, immer schneller. Trends, Produkte, Informationen, Werbung, Neuentwicklungen – alles fliegt permanent auf uns zu und im Wesentlichen an uns vorbei, sodass es sich anfühlt, als ständen wir in einem riesigen Kaleidoskop in den Fingern eines hyperaktiven Kinds. Hinzu kommt die selbstgewählte ständige Erreichbarkeit, die wir uns in Form des Smartphones selbst auferlegen. Nun klingt es so, als sei dieses »Internet«, von dem jetzt alle reden, die Quelle allen Übels. Das trifft auch nicht zu, macht es zumindest Wein ständig verfügbar und gibt uns unsere Arbeitsgrundlage.

Wer hat sich nicht schonmal vorgestellt ein Sabbatical einzulegen? Einfach mal ein paar Monate weg, ohne erreichbar zu sein. Seele und Füße baumeln lassen. Klingt sehr reizvoll, geht aber nicht für immer, es sei denn ihr könnt euch komplett selbst versorgen (das heißt auch selber Zähne ziehen und so…) oder habt im Lotto gewonnen oder ähnlich viel Kohle angehäuft.

Vielleicht gibt es aber auch einen dritten Weg, nämlich den der goldenen Mitte. Nicht aufhören zu arbeiten, aber sich etwas suchen, dass einen glücklich macht. Genau das hat Katie Jones getan. Die gebürtige Engländerin kommt eigentlich aus dem internationalen Weinhandel, hat sich dann aber erst in Südfrankreich und anschließend in einen Südfranzosen verliebt. Kurzentschlossen hat sie ihren Job hingeschmissen, angefangen Weinberge zu kaufen, die keiner haben wollte und sich ein Weingut aufgebaut.

Die Weinberge, auf die sie sich eingeschossen hat, sind steil, alt und klein – machen also für größere Winzer kaum Sinn, da man alles von Hand machen muss. Genau das macht sie nun aber glücklich und uns damit auch. Ihre Weine sind nämlich grandios.

MICHA VON DER KURFÜRSTENKELLEREI

Einst war es Tradition in der Mainzer Innenstadt Wein herzustellen. 1986 musste allerdings auch die letzte Kellerei in der Innenstadt – die Kurfürstenkellerei – schließen, da kein direktert Nachfolger verfügbar war. Bis heute. Peter Gottron, ein Nachfahre der einstigen Betreiberfamilie, startete 2013 mit unserem Weinfutzi, Michael Reinfrank, das leidenschaftliche Projekt die Kellerei wieder aufleben zu lassen und Wein in Mainz, für Mainz und Euch alle herzustellen.

GW: Warum macht du Wein?

MICHA: Heute ist es für mich vor allem ein Ausgleich zum Tagesgeschäft im Handel. Ausserdem bekomme ich so nicht nur erzählt, wie der Jahrgang so ist, sondern kriege es selber mit. Es macht natürlich auch einen Haufen Spaß im Keller rumzutoben und ab und an mal einen Probeschluck aus dem Tank zu zapfen.

GW: Wieviel von dir selbst steckt in deinem Wein?

MICHA: Ne Menge! Ich mache keine Weine, die jedem schmecken, sondern lieber mit ein paar Ecken und Kanten. So wie es mir selber gefällt. Deal with it!

GW: Du gehst auf die berühmte einsame Insel und darfst eine einzige Flasche Wein mitnehmen. Welche und warum?

MICHA: Kommt drauf an wo die Insel liegt. In die Südsee nehme ich Liter-Riesling und Wasser mit. Schorle am Strand! Geht es eher in die Nordsee, wird's ein Lagrein vom Niklaserhof. Einfach weil es für mich der perfekte Wein war. Wenn ich in meinem Leben noch einen letzten Schluck Wein trinken dürfte, wäre es der.

GW: Wie schmeckt der perfekte Wein?

MICHA: Das hängt total von der Situation ab. Der perfekte Wein greift genau die Stimmung des Moments auf. Das kann man nicht mit Säure, Süße und Aroma beschreiben.

GW: Hast du eine Bauernregel auf Lager, die wirklich funktioniert?

MICHA: Wenn man im Winter morgens früh im Weinberg steht, leichter Nebel rumwabert, es arschkalt ist und man selber dick eingepackt ist. Sich dann hinsetzen und mit einer Tasse Tee in der Hand und seinem eigenen Atem beim Dampfen zugucken, während es um einen herum absolut still ist.

GW: Was ist deiner Meinung nach die größte Sünde, die man in Bezug auf Wein begehen kann?

MICHA: Eigentlich bin ich da sehr liberal… Aber ich find’s immer kacke, wenn die Leute nicht wertschätzen, was sie trinken. Auch völlig unabhängig vom Preis. Aber am Ende darf bei mir sowieso jeder machen, was er will. Solange es schmeckt…

GW: Apropos Sünde, was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan?

MICHA: Ich wäre vermutlich nachts weniger geschwommen… Mein armer Opa hat gegenüber vom Schwimmbad gewohnt und immer die Polizei gerufen.

GW: Wenn du nicht Winzer geworden wärst, dann wahrscheinlich?

MICHA: Sonderschullehrer. Das Grundstudium habe ich da schon gemacht, aber dann noch rechtzeitig die Kurve gekriegt.

We Love: Off lines Lederblock.

Wenn man ständig unterwegs ist, permanent Sachen und Gedanken auf einen einstürzen, laufen viele gute Ideen Gefahr vergessen zu werden. Man muss sie also irgendwie festhalten, speichern sozusagen. Es wäre widersinnig, dann sein Telefon rauszuholen und seinen Geistesblitz einzutippen. Am Ende schaut man da eh nicht mehr nach oder sieht die nächste Email aufleuchten und hat ihn schon wieder verloren.

Es muss also ein analoges Speichermedium her: kurzum ein Notizblock. Zum Glück gibt es Leute wie Christophe, die ihre guten Ideen eben nicht vergessen, sondern in die Tat umsetzen. So ist das off lines Konzept entstanden. Dazu gehören zwei Teile: der eigentliche Block und die Nachfüllstation für den Schreibtisch. Wie es sich für gutes Produktdesign gehört, macht es den Alltag nicht nur leichter, sondern auch ein Stückchen schöner. Der Block ist eingefasst in Nappaleder aus Hirsch oder Lamm aus Deutschland, das geölte Nussbaumholz der Papierstation ist Verschnitt aus der Massivholzmöbelproduktion und stammt aus nachhaltiger Holzwirtschaft und das Papier ist chlorfrei gebleichter Zellstoff.

Christophe hat an alles gedacht. Wo er das alles aufgeschrieben hat, als es seinen Block noch nicht gab, wissen wir leider nicht.

Von Machern und dem Machen.

Wann habt ihr zuletzt etwas mit euren eigenen Händen erschaffen? Nein, keine Powerpoint-Präsentation, kein Logodesign oder ausgeklügelte Excelltabelle. So richtig, anfassbar, gebaut und zu gebrauchen. Inspiration und Anleitung zum analogen Schaffenstum bietet das wunderbare Buch »The Craft and the Makers« aus dem Gestalten Verlag.

Es zeigt eine neue Generation von Unternehmern, die sich wieder bewusst für ein Handwerk entscheiden. Ihnen geht es darum, Dinge zu schaffen, die eine Seele besitzen. Die Mischung aus Tradition und Innovation spielt eine große Rolle – angefangen bei den Materialien bis hin zum fertigen Produkt. The Craft and the Makers stellt kleine Betriebe vor und die Persönlichkeiten, die dahinterstehen. Ob Möbel, Porzellan oder Lederwaren – so entstehen Produkte, die mehr sind als die Summe ihrer Teile, es entstehen Produkte von Hand und mit Herz. Schöner Nebeneffekt: beim Schmökern und Blättern wird man selbst so inspiriert, dass man direkt Hand anlegen und etwas schaffen möchte. Volle Craft voraus!

DIE VERBINDUNG ZWISCHEN BRÜDERN IST EINE BESONDERE.

Von außen betrachtet kann sie gut sein oder katastrophal, angespannt, eng, produktiv und noch vieles mehr. Ihre Geschichten ziehen sich durch die Zeit und finden sich in allen Ecken der Kultur. Angefangen bei Kain & Abel oder Romulus & Remus über die Gebrüder Grimm bis hin zu den Gallaghers und Daltons. Selbst im alltäglichen Sprachgebrauch sind sie zu finden. Wir können zum Beispiel Brüder im Geiste sein oder zumindest auf Bruderschaft trinken.

»Bros« sind allgegenwärtig und ihre Spielregeln sind popkulturell aufgearbeitet in jedem Buchladen als »Bro-Code« erhältlich. Selbst in unserem Weinregal finden sich einige: Wasem und Schwedhelm, Bicking & Bicking, Karl May, Parra Family und Knewitz.

Exemplarisch für alle müssen jetzt Sebastian und Maximilian Schmidt herhalten. Die beiden Jungs vom Bodensee sind auf einem Weingut aufgewachsen und mittlerweile voll im Betrieb eingespannt. Zu ihrem Gut gehört auch eine Brennerei, der sich die beiden mit Herz und Seele widmen. Ihr neuestes und erstes komplett eigenes Projekt ist der VollKorn. Damit zeigen die Beiden wie sehr Korn als Spirituose unterschätzt wird. Ihr Destillat ist weich und geschmeidig, riecht wie frisch gebackenes Brot und schmeckt einfach nur grandios. Auch wenn wir selbst noch mit nostalgischen Gefühlen an unseren ersten Fanta-Korn mit unserem besten Kumpel/Bruder denken, ist das hier doch mehr als nur ein Schritt nach vorne. Also los – Gönn Dir, Brudi!

STEPHAN & GEORG VOM WEINGUT SCHWEDHELM

Das Zellertal ist der nördlichste Zipfel der Pfalz und eine Art gallisches Dorf, umzingelt von Rheinhessen. Genau dort sind die Schwedhelm-Brüder Georg und Stephan Zuhause und produzieren ihren Zaubertrank. Es ist nicht unbedingt selbstverständlich, dass diese Zusammenarbeit so gut funktioniert. Wie viele Brüder schaffen das schon?

Was die beiden Jungs dort produzieren ist einzigartig. In so jungen Jahren ein so tief gehendes Verständnis für die eigenen Lagen, Böden und Rebstöcke entwickelt zu haben, ist gelinde gesagt, beeindruckend. Sie versuchen nicht einmal, sich einem typischen Stil unterzuordnen, sondern haben etwas komplett Eigenständiges entwickelt. Diese Tatsache ist ihnen durchaus bewusst und sie verfolgen ihre Linie konsequent. Es kommt selten vor, dass wirklich jeder Wein auf der Karte den Fingerabdruck des Weinguts so deutlich trägt wie hier.

Georg und Stephan haben es geschafft, ihre Idee vom Weinmachen in die Tat umzusetzen. Auch wenn sie es nicht so sehr zeigen, freuen sie sich diebisch darüber. Es ist dieser Moment, wenn einem einer der Beiden einen Wein einschenkt und ihm schon dabei ein Grinsen über das Gesicht huscht, der sie verrät.

GW: Wieviel von euch selbst steckt in eurem Wein?

SCHWEDHELM: Es steckt nicht nur unsere Handschrift, sondern auch unsere Heimat – das Zellertal – in unseren Weinen.

GW: Welcher ist euer liebster Weinmoment?

SCHWEDHELM: Entspannt mit Freunden, egal zu welcher Tageszeit gemeinsam zusammen sitzen, ein paar Flaschen Wein öffnen und was Gutes dazu essen – am liebsten was vom Grill.

GW: Ihr geht auf die berühmte einsame Insel und dürft eine einzige Flasche Wein mitnehmen. Welche und warum?

SCHWEDHELM: Ein Flasche Magnum Riesling Schwarzer Herrgott – hat man mehr davon.

GW: Wie schmeckt der perfekte Wein für euch?

SCHWEDHELM: Für jeden schmeckt der perfekte Wein anders, das ist das Schöne am Wein; für uns ist es ein Wein der seine Herkunft und Rebsorte klar zeigt mit viel Spannung, Mineralik und Kalkeinfluss.

GW: Habt ihr eine Bauernregel auf Lager, die wirklich funktioniert?

SCHWEDHELM: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich's Wetter oder bleibt wie's ist. :-)        

GW: Verratet uns einen magischen Ort, bei dem ihr gerne seid oder schöne Erlebnisse hattet!

SCHWEDHELM: Die Gebetsnische in unserem Schwarzen Herrgott – Ursprung des pfälzischen Weinbaus. Perfekte Bedingungen = Magie pur.

SLOW JO, BRO!

Jetzt mal ehrlich, wann habt ihr auf die Frage nach der Uhrzeit zuletzt mit der exakten Kombination aus Stunde, Minute und Sekunde geantwortet? Das wäre in etwa so, als würde man die Entfernung bis zum Bäcker in Nachkommastellen angeben. Warum wollen wir eigentlich immer alles ganz genau bestimmen? Was hat dieser dünne, unerbittlich tickende und seine Geschwindigkeit entgegengesetzt, unserer Stimmungslage anpassende Sekundenzeiger im echten Leben überhaupt für eine Relevanz, außer beim Silvester oder Geburtstags-Countdown? Wer will sich schon vom Takt der Zeit treiben lassen? Was wirklich zählt sind Momente und die haben keine Einheit. Sie dauern manchmal nur einen winzigen Augenblick oder eine halbe Ewigkeit.

Und weil das so ist, haben wir die ultimativ perfekte Uhr entdeckt. It’s Slow Jo Time, Bro! Die Armbanduhren von Slow Watches haben nicht nur keinen Sekundenzeiger, auch den Minutenzeiger sucht man vergeblich. Stattdessen zeigen sie das an, was wirklich wichtig ist, nämlich wieviel vom Tag noch übrig bleibt. Alle 24 statt der üblichen zwölf Stunden findet man auf dem Ziffernblatt. Der einzige Zeiger begibt sich demnach mit halber Geschwindigkeit auf die volle Runde, – slow, eben. Was das mit einem macht ist klar. Es entschleunigt. Ganz automatisch.

Am Anfang fühlt es sich vielleicht etwas merkwürdig an, die Zeit nur »genau genug« ablesen zu können. Aber schon nach ein paar Tagen wird klar, dass der Mangel an Zeigern bedeutet ein Mehr an Lebensqualität. Die Slow Jo ist Swiss Made und es gibt sie in unzähligen verschiedenen Ausführungen von schwarz über silber und gold bis creme, mit Leder-, Nylon- oder Metallarmband. Das Ding fegt so durch die Decke, dass sie sogar schon im berühmten OSCAR Kit, für die Preisträger der kleinen goldenen Statue, enthalten war. Ehre wem Ehre gebührt. Easy Bruder, das ist unsere Zeit.

MY BRO TIE.

Zu jedem Anlass die passende Fliege? Das kommt uns doch von irgendwoher bekannt vor. Egal, denn erstens halten wir gern als Inspiration her und zweitens ist das, was die Jungs von My Bro Tie da vorlegen, aller Ehren wert.

Felix aus Berlin und Thys aus Südafrika waren 2013 auf der Suche nach einer passenden Fliege, um den gepflegten Bro-Look zu komplettieren und wurden nicht fündig. So beschlossen sie kurzerhand selbst ein paar schöne Schleifen für den Herrn anzubieten, zeitgemäß per Webshop in üppigen Design und Stoffvarianten, vorgebunden und von Hand produziert. Karos, Streifen, alles da. Schließlich zerschneiden die beiden auch gern mal Designerkleider um an die richtige Rohware zu kommen. Wie wäre es ansonsten mit ein wenig Frottee oder der Mo Tie, einer Fliege in Schnauzbartform?

Klickt euch am besten mal durch den Webshop (HIER) und bestellt schöne Grüße. Oder ihr schickt den Jungs einfach ein feines Stöffchen und sie schneidern daraus für euch und eure Bros ein paar waschechte Einzelstücke in Kleinserie.

WEIN DES MONTAS – STEILES STÜCK

Was für ein Bild habt Ihr vor Augen, wenn Ihr euch einen Winzer bei der Arbeit vorstellt? In den meisten Köpfen spielt sich wahrscheinlich ein wild-romantischer Film ab, von einem Typen, der mit seinem Hund durch grüne Reben streift, im Gegenlicht die Blätter prüft und mit einem Lächeln und Nicken wissend seine Trauben streichelt, um danach eine Flasche aufzureißen und die Früchte seiner Arbeit zu genießen. Eigentlich eine traumhafte Vorstellung, die wir jetzt auch nicht zerpflücken wollen. Denkt nur immer daran: Hinter der Romantik steckt ein Haufen Arbeit.

Das gilt insbesondere für die unerschrockenen Moselwinzer in ihren Steillagen. Wer hier Wein macht, muss hart im nehmen, schwindelfrei und ziemlich fit sein. Man spricht nicht umsonst davon, dass Moselaner zwei unterschiedlich lange Beine haben, um in ihrem Wingert arbeiten zu können…

Nochmal zurück zum Eingangsbild. Habt ihr an einen Mann oder eine Frau gedacht? Winzerinnen sind noch immer rar gesät, doch es gibt zum Glück immer mehr. Ganz vorne mit dabei ist Catherina Grans, Tochter des Traditions-Weinguts Grans-Fassian und Kopf hinter dem »Steilen Stück«. Der Wein liegt komplett in ihrer Verantwortung, inklusive der Weinbergspflege. Sie hat die Kontrolle über einige der besten und steilsten Lagen des Weinguts übernommen und macht daraus einen Riesling, der es in sich hat. Mit dem »Steilen Stück« zeigt Catherina nicht nur, wie großer Riesling von der Mosel schmeckt, sondern knallt den Deppen ein flüssiges Statement vor den Latz, die Weinbau als Männerdomäne verteidigen wollen. Chapeau, Frau Grans!

JULIANE ELLER VOm WEINGUT JUWEL Juliane Eller

Selbstbestimmt und selbstbewusst krempelte Juliane Eller die heimischen Weingutsstrukturen um und macht mit der JuWel-Linie nun ihr eigenes Ding. Über 30 Jahre erntete die Familie Eller rund um Alsheim ihre Trauben maschinell und produzierte überwiegend Fassweine. Inspiriert von ihrer Arbeit bei Klaus Peter Keller, machte die 24-Jährige damit Schluss. Die Weinberge werden seither mit Schäufelchen und Eimerchen bearbeitet und jede Traube wird von Hand gelesen. Die anfänglichen 25 Rebsorten wurden auf 5 reduziert, aus denen nun trockene Qualitätsweine produziert werden. Mit puristischem Label, schick und clean, stechen die Weine sofort ins Auge. Die Trauben stehen hierbei sinnbildlich für rohe Edelsteine. Diesen verleiht Juliane ihren letzten Schliff, wodurch jeder Wein zu dem wird was ihn ausmacht: ein JuWel.

GW: Warum machst du Wein?

JULIANE: Weil ich das große Glück hatte, in einem Familienweingut aufzuwachsen und zudem Wein einfach ein Wahnsinnsprodukt ist. Die Selbstverwirklichung und genau zu wissen, wofür man die tägliche Arbeit umsetzt, gehört definitiv auch zu den Hauptgründen.

GW: Wieviel von dir selbst steckt in deinem Wein?

JULIANE: Jede Menge! Ob das gut oder schlecht ist, lasse ich jetzt mal so stehen. Spaß bei Seite: Das ist für mich das Besondere an unserem Weinausbau. Es steckt so viel Herzblut und Leidenschaft in jedem einzelnen Wein und das schmeckt man auch! Eine der Herausforderungen bzw. Bemühungen jedes Jahr ist es, Weine zu erzeugen, denen ich meine ganz eigene, individuelle Handschrift verleihen kann.

GW: Welcher ist dein liebster Weinmoment?

JULIANE: Es gibt einige tolle Weinmomente, aber als einen meiner liebsten Momente würde ich sicher das gemütliche Beisammensein mit Freunden und Familie beschreiben.

GW: Verrate uns einen magischen Ort!

JULIANE: Unsere Weinbergslage Frühmesse!

GW: Hast du eine Bauernregel auf Lager, die wirklich funktioniert?

JULIANE: Ist der Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheune und Fass.

GW: Was ist deiner Meinung nach die größte Sünde, die man in Bezug auf Wein begehen kann?

JULIANE: COLA ROT!

GW: Apropos Sünde, was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan?

JULIANE: Bis jetzt noch nichts Erwähnenswertes. Ich bin ja noch jung.

GW: Hast du ein Rezept gegen Kater?

JULIANE: Klaro, ohne dieses Rezept hätte ich so einige Tage nur schwer überstanden. Das sogenannte Katerwasser. Rezept: Wasser + 1 Erdbeere, ½ Orange, 3 Schreiben Kiwi. Enthält viel Vitamin C und repariert die Leber wieder! Dazu wird ein frisches Spiegelei von Oma´s Hühnern serviert und die Sonne scheint wieder.

GW: Wenn du nicht Winzerin geworden wärst, dann wahrscheinlich?

JULIANE: Schreinerin!

GROSSARTIGE PRODUKTE, GROSSARTIGER SHOP, GROSSARTIGES PROJEKT.

So funktioniert Globalisierung und zwar at it’s best. Doch der Reihe nach. Alles begann im Frühling 2013 in Paris. Die drei Freunde Lisa, Heidi und Kimon kamen gerade von unterschiedlichen Reisen zurück und tauschten sich begeistert über ihre handwerklichen Mitbringsel aus. Silberschmuck aus dem Norden Thailands, kambodschanische Seidenschals, Alpaka aus Bolivien – über Jahrhunderte perfektionierte Handwerkskunst und edelste Rohstoffe machen aus Alltagsgegenständen echte Kostbarkeiten und das zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Denn diese Produkte kann man eben auch nur da kaufen, wo sie gefertigt werden, im Dschungel, in den Bergen, an den abgelegensten Orten dieser Welt.

Die ‘Was wäre wenn?’-Frage beantworteten sich die Textildesignerin Heidi und die Entwicklungshelferin Lisa im selben Moment, in dem sie gestellt war. Sie schufen mit Folkdays einen Onlineshop für Handwerksprodukte aus schwer zugänglichen Ländern, der weit mehr ist als eine Verkaufsplattform für angesagte Ethno-Accessoires. Folkdays verbindet High Fashion mit fairem Handel.

Alle Produkte wie Schmuck, Kaschmir-Schals und Taschen stammen aus unterschiedlichen Entwicklungsländern und werden direkt vom Erzeuger zu einem fairen Preis bezogen. In persönlichen Besuchen spüren die beiden Neues auf, überprüfen die Arbeitsbedingungen vor Ort und helfen bei der Weiterentwicklung der lokalen Unternehmen. Jedes Produkt, dass auf folkdays.com angeboten wird erzählt eine Geschichte. Und die lauten beispielsweise so: der in einem Flüchtlingscamp in Kambodscha geborene Designer Vend Sovann verwandelt für seinen Gold Plated Bombshell Ring von Rajana Crafts etwas Schreckliches in etwas Wunderschönes. Seine Schmuckstücke sind allesamt aus ehemaligen Bomben und Patronenhülsen gefertigt.

Inzwischen arbeitet Folkdays mit 14 verschiedenen Manufakturen in sieben Entwicklungsländern zusammen. Über Facebook, Instagram und den eigenen Blog kann man die Macher auf ihren Reisen zu den Produktionsstätten begleiten, zuletzt gab es in Berlin einen mehrtägigen »echten« Pop-up Shop, in dem man Produkte wie Kaschmir- und Seidenschals auch mal hautnah befühlen konnte. Am Ende des Jahres fließen 10 Prozent der Gewinne aus den FOLKDAYS Verkäufen in die Manufakturen zurück (in Worten »zehn«!), um ihnen damit Investitionen und das Wachstum ihrer Produktion zu ermöglichen. Ein echter Win-Win-Win-Deal.

JUBEL – FEINE PATISSERIE.

Bäckereien, Konditoreien und Cafés gibt es derer viele in Berlin und ihr inoffizielles Mekka scheint sich im Prenzlauer Berg zu befinden. Kaum ein Straßenzug, der nicht zumindest mit einer Hand voll nach Kuchen duftender, Latte Macchiato servierender Backstübchen gesäumt ist.

Und dann gibt es da noch diesen einen Laden, der den Unterschied macht, der alles anderen in den Schatten stellt, der alle, was wir über Süßes zu wissen glaubten ad absurdum führt. JUBEL steht draußen auf dem Schild der kleinen feinen, wunderschön eingerichteten Patisserie in der Hufelandstarße 10. Und was da in der Glasvitrine auf Naschkatzen wartet, hat mit Backwerk nichts mehr zu tun, es sind kleine Meisterwerke der Patisseriekunst.

Kostprobe gefällig? Wie wäre es beispielsweise mit Ziegenkäse-Sanddorn-Knusper-Törtchen, Malzküsschen, Basilikum-Limette-Bällchen oder einem Schokomousse-Törtchen mit grüner Olive? Der Genuss kommt nicht von ungefähr. Die beiden Gründerinnen Lucie Babinska und Kai Michels sind mit Leidenschaft, Zucker, Butter und viel Liebe bei der Sache und scheuen durch ihre jahrelange Erfahrung in der Sternegastronomie nicht davor zurück auch ungewöhnliche Aromen miteinander zu kombinieren. Unser Geschmackstest hat’s bestätigt: alles lecker. Und günstig obendrein, Kleinigkeiten gibt es schon unter einem Euro, kleine Törtchen kosten zwischen 2 und 3 Euro. Wer den süßen Schein wahren will, kann sich seine Auswahl in hübsch designte Schächtelchen zum Mitnehmen verpacken lassen (für die Lieben zu Hause, versteht sich) oder direkt als Dessertcatering ins private Heim oder Geschäft liefern lassen. Es darf gejubelt werden.

ZACK, UND PLÖTZLICH IST ES JUNI!

Der Sommer steht in den Startlöchern und die schönste Zeit des Jahres beginnt, die große Urlaubs- und Reisezeit. Egal, ob man an die Ostsee, in die Berge oder in exotische Länder aufbricht - »weg« ist bekanntlich »weg«... Die Entfernung spielt dabei eigentlich gar keine Rolle. Es geht um die bloße Abwesenheit der eigenen Person aus der üblichen Umgebung bzw. dem Umfeld.

Dementsprechend kann man auch einfach das Telefon ausstöpseln, sein Hawaiihemd anziehen und auf dem Balkon eine Pulle Wein aufreißen. Hauptsache raus aus dem Alltag. Der neue Wein des Monats – Miluva – passt da gleich doppelt. Er kommt aus Spanien, also nicht von hier und dementsprechend von »weg«. Außerdem ist er alles andere als alltäglich.

Er besteht aus sage und schreibe 16, in Worten SECHZEHN, Rebsorten. Darunter solch illustre Vertreter wie Riesling, Sauvignon Blanc, Tempranillo und Cabernet Sauvignon, d.h. rote und weiße Trauben gemischt. Was am Ende ins Glas kommt ist rot, wird aber gekühlt getrunken. Klingt komisch, schmeckt aber gut. Die weißen Trauben steuern Aromatik und Gefälligkeit bei, die roten Trauben sorgen für Fülle und Struktur. Trinkfreude PUR! Balkonien, wir kommen.

Else & Peter vom Weingut ZUSCHMANN-SCHÖFMANN

Im Jahr 2000 haben Else Zuschmann und ihr Mann Peter Schöfmann das Weingut im Weinviertel übernommen und sorgen seit dem für viel Furore. Der Grund dafür ist nicht zuletzt, dass die Beiden ein spitzen Gespann sind. Else kümmert sich um die Weinberge, die ab diesem Jahr bio-zertifiziert sein werden und Peter ist der Chef im Keller. Was die Rebsorten angeht, sind sie typisch österreichisch aufgestellt, mit einem Fokus auf Veltliner. Das bedeutet aber nicht, dass sie den übrigen Weinen weniger Liebe angedeien lassen. Falls euch die Weine genauso gut gefallen wie uns (wovon wir ausgehen), könnt ihr sie auch einfach mal in ihrer Weinlodge besuchen.

GW: Warum machst du Wein?

ELSE: Ich bin in einem landwirtschaftlichen Betrieb geboren, wir hatten Ackerbau, Schweine und etwas Wein. Wir sind ein Dreimäderlhaus und ich, die Mittlere, habe immer am liebsten Zuhause mitgeholfen. Mit 14 Jahren besuchte ich dann die Weinbauschule und entdeckte die Liebe zum Wein. Gutes Essen und guter Wein waren für mich immer eine tolle Sache. Dann lernte ich meinen Mann kennen, der aus der Gastronomie kommt und wir nannten unsere neue Passion herausragenden Wein in der Gegend zu vinifizieren.

GW: Wieviel von dir selbst steckt in deinem Wein?

ELSE: Viel, wir sind noch ein richtiges Weingut, wo wir selbst noch die meiste Arbeit machen, wir sind im Weingarten, Keller und bei den Weingenießern persönlich aktiv. Was wir uns in den Kopf setzten, das geschieht auch. GW: Welcher ist dein liebster Weinmoment?

ELSE: Am Abend in Ruhe nach einem anstrengenden Tag eine Flasche Wein genießen.

GW: Du gehst auf die berühmte einsame Insel und darfst eine einzige Flasche Wein mitnehmen. Welche und warum?

ELSE: Pinot Noir oder Grüner Veltliner, zwei finessenreiche Sorten die ich liebe.

GW: Wie schmeckt der perfekte Wein?

ELSE: Strukturiert, nicht zu schwer, klare Aromatik und langer, sanfter Abgang.

GW: Verrate uns einen magischen Ort!

ELSE: Plesslberg, die Lage wo sich der Muschelkalk befindet sich eine wunderschöne Anhöhe mit toller Bodenstruktur, sehr kalkiger Boden mit Muscheleinschlüssen, keine Lage im Weinviertel ist besser.

GW: Hast du eine Bauernregel auf Lager, die wirklich funktioniert?

ELSE: Mairegen bringt Segen.

GW: Was ist deiner Meinung nach die größte Sünde, die man in Bezug auf Wein begehen kann?

ELSE: Schlechten zu trinken.

GW: Apropos Sünde, was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan?

ELSE: Ich hätte nie nächtelang mit Kollegen über Wein philosophiert. GW: Hast du ein Rezept gegen Kater?

ELSE: Frische Luft und im Weingarten weiterarbeiten.

GW: Wenn du nicht Winzerin geworden wärst, dann wahrscheinlich?

ELSE: Keine Ahnung, die Frage hat sich nie gestellt.

AUS PAPPE, NICHT VON PAPPE!

Mit Sonnenbrillen (oder Brillen im Allgemeinen) ist das so eine Sache: praktische Guckhilfe, Accessoire, gar Statussymbol und garantiert irgendwann verlegt, verloren oder kaputt, weil man sich unbedacht oder weinselig draufgesetzt oder den Bügel einmal zu oft schwungvoll umgeklappt hat.

Der Berliner Designer und Performance Artist Cantemir Gheorghiu begann vor knapp fünf Jahren eher aus Jucks damit bunte Brillen ohne Gläser zu designen. Das Besondere daran, seine Modelle waren alle von Pappe. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern aus waschechter, farbig lackierter Presspappe. Die aus Druckresten gestanzten Brillen erfreuten sich immer größerer Beliebtheit, und spätestens seit Gheorghius Auftritt bei der Berliner Fashion Week sind seine nachhaltigen PAPP UP Nasenräder ein Renner. Inzwischen gibt es sie in zahlreichen, auch glasstarken, Varianten.

Die Vorteile liegen auf der Hand, die Dinger sehen gut aus, lassen sich auf Papiergöße zusammenfalten – passen also prima unter die Sonnenblende oder ins Notizheft – und sind quasi unkaputtbar. Sämtliche Modelle sind bieg- und knickgeeignet und durch und durch bruch- und draufsetzsicher. Mit PAPP UV hat Gheorghiu inzwischen eine Sonnenbrillen-Kollektion aus einem Holz-Papier-Gemisch entwickelt, die nicht nur sowas von lässig auf der Nase sitzt, sondern auch die fiesen UV-Strahlen abhält. Biologisch abbaubar und umweltfreundlich versteht sich. HIER kann man sich entspannt durch die Damen- und Herrenmodelle in Schwarz, Gelb, Natur, Bordeaux oder Blau klicken. Genau das Richtige für den den nächsten Roadtrip oder die Backpacker Tour, wie wir finden. Cool.

PSST... WIR VERRATEN EUCH EIN GEHEIMNIS.

Stellt euch ein Festival vor. Ein Festival mit toller Musik, aber auch mit Kunst, gutem Essen, feinsten Drinks und ohne die üblichen Unannehmlichkeiten. Ein Festival wie ein Urlaub aus dem man erholt und inspiriert, statt müde und stinkend zurückkehrt. Genau so ein Festival gibt es in diesem Jahr erstmalig direkt vor den Toren Berlins.

Und es ist so gut und so geheim, dass wir es eigentlich nicht weiter sagen sollten. Machen wir aber trotzdem. Vom 14. bis 16. August 2015 steigt an einem (natürlich) noch geheimen Ort nahe Berlin das erste Secrets Festival. Das Konzept: alles anders als alles, alles besser als alles. Inmitten von Wald, Wiese, Wasser, Strand und Hügeln wird drei Tage lang eine kleine feine Parallelwelt aus Musik, Kunst, Mode, Design, Food, Sport, Workshops, Indiana-Tipis, Hausbooten, Baumhäsuern, Skulpturen, Installationen, Bildern und Performances erschaffen.

Auf liebevoll dekorierten Bühnen gibt sich drei Tage lang eine ausgesuchte Mischung deutscher Bands und internationaler Singer/Songwriter aus Indie, Pop, Synthiepop, Jazz, Funk, Soul und Britpop das Mikrofon in die Hand. Dazu servieren DJ´s Minimal, Electro, Easy Listening, Hip-Hop & House von den Plattentellern. Überall in Wald und Flur steigen Live-Performances, beispielsweise von kleinen Kammerorchestern, Straßenmusikern oder Ambience & Worldmusic Acts, die versteckt auf kleinen Lichtungen, am Strand oder unter Bäumen Natur- und Instrumenten-Klänge miteinander vermählen. Dabei sind großartige Acts wie Roosevelt, Leslie Clio, Claire und The Acid.

Nahrung liefern wahre Helden der neuen Berliner Küche. Sternekoch Ben Pommer (Parker Bowles, Neue Heimat) konnte unter anderem das Restaurant Schneeweiß und die BOOZE BAR gewinnen, die lecker Spätzle und preisgekrönten Cocktailkreationen aus dem Shaker beziehungsweise dem Kochtopf seihen. Dann tuts am Morgen danach auch nicht so weh. Spätestens beim Yoga, Standup Paddling oder einer gepflegten Massage kann man seine Akkus dann wieder aufladen oder die in Schieflage getanzte Mitte wieder finden. Bye bye Bierleichen, Ekelaroma und Duschpause, hallo Natur, Glamping, Outdoor-Kunstgalerie, Open Air Kino und Pop-Up Dinner am Flussufer! Das 4-Tage Ticket kostet gerade einmal 79 Euro inklusive Camping und Müllpfand. So günstig kommt man nie wieder nach Utopia. Darauf erstmal eine Wilde Susi.

UNSER WEIN DES MONATS IST EIN BIER ODER BESSER GESAGT ZWEI!

Ja richtig gehört, denn auch Weinfuzzis greifen gern mal zu einem kühlen Blonden, Roten oder Dunklen – vorausgesetzt es ist gut gemacht und mit Herz und Seele gebraut. Am 14. Mai ist Herrentag und zu dieser feierlichen Angelegenheit wollen wir Euch diese zwei besonderen Gerstensäfte nicht vorenthalten.

Denn obwohl uns die Vorstellung gefällt, wie Ihr bei der Bollerwagentour einen eisgekühlten Chardonnay auspackt, ist ein Bierchen aus rein technischer Sicht wohl ein wenig praktischer aka der Sache angemessener. Letztlich gibt es zwischen Bier und Wein ja auch eine Menge Gemeinsamkeiten. Allem voran sind beides schmackhafte Getränke. Und wenn man sich ein wenig reinfuchst und zu Flaschen abseits der industriellen Massenware greift, kann man sich als eingefleischter Weintrinker ungekannte Geschmacks-Kosmen erschließen. Dies gilt natürlich genauso auch anders herum. Wir sagen: »Prost ihr Herren und ein frohes Fest!« P.S. Schmeckt übrigens auch den Mädels.

MARCO GIOVANNI ZANETTI IST DER WINEPUNK.

Er ist ausgebildeter Sommelier, Winzer, Wein-Video-Botschafter, Wein-Importeur und hat so ziemlich in Allem seine Finger im Spiel, was mit Wein zu tun hat. Mit Zio Porco Wines bringt Marco seine eigenen Weine auf den Markt und damit etwas für diejenigen, die wie er selbst Liebhaber der Extreme und starken Kontraste sind. Keep calm and drink Zio Porco!

GW: Warum machst du Wein?

MARCO: Ich habe in meinem Leben als Sommelier das große Glück gehabt, die ganz großen Weine dieser Welt zu öffnen und zu kosten. Das hat meinen Enthusiasmus derart beflügelt, dass ich mich 2007 letzten Endes dazu entschloss, selbst Wein machen zu wollen. Mit vielen Ideen, einigen Vorbildern bzw. Inspirationen und einem klaren Ziel.

GW: Wieviel von dir selbst steckt in deinem Wein?

MARCO: Eine ganze Menge. Nicht nur äußerlich sondern auch philosophisch. Charaktervoll, ausgeglichen, unrasiert und mit Ecken und Kanten, dennoch charmant aber nicht everybody's darling.

GW: Welcher ist dein liebster Weinmoment?

MARCO: Das kommt nichtmal auf die Qualität der Flasche an, sondern auf die Qualität der Menschen, die ich in diesem Moment dabei habe. Meist sind das Momente fernab der Weingespräche, in denen ich ganz bei mir bin.

GW: Du gehst auf die berühmte einsame Insel und darfst eine einzige Flasche Wein mitnehmen. Welche und warum?

MARCO: Es wäre eine Flasche Lambrusco. Guter Lambrusco. Weil ich beim Lambrusco trinken die tollsten Erlebnisse hatte: tolle Frauen geküsst, mit lieben Freunden tolle Gespräche geführt, abgerockt, Durst gelöscht oder Menschen damit erstaunt und sie somit oft dem Thema Wein näher gebracht habe. BämLämbrüscö!!!

GW: Verrate uns einen magischen Ort!

MARCO: Wenn ich die Augen schließe bin ich an jedem magischen Ort... Versucht es mal. Nicht in die Ferne schweifen.

GW: Hast du eine Bauernregel auf Lager, die wirklich funktioniert?

MARCO: Hülsenfrucht zum Abendbrot, morgens sind die Fliegen tot!

GW: Was ist deiner Meinung nach die größte Sünde, die man in Bezug auf Wein begehen kann?

MARCO: Ihn aus Gründen zu trinken, die nichts mit dem Genuss zu tun haben.

GW: Apropos Sünde, was hättest du ohne Alkohol vermutlich nie getan?

MARCO: Ich wäre nie auf die Idee gekommen Sommelier zu werden. Ob das allerdings eine Sünde war, müssen andere beurteilen.

GW: Hast du ein Rezept gegen Kater?

MARCO: Nur hochwertige Rauschmittel einnehmen, vor dem Schlafen ein viertel Liter Gurkenwasser trinken und pro Flasche Wein, zwei Flaschen Wasser!!! Ich hatte erst einen Kater in meinem Leben. Da hatte alles gefehlt was ich gerade aufgezählt habe.

GW: Wenn du nicht Winzer geworden wärst, dann wahrscheinlich?

MARCO: Dann wäre ich wahrscheinlich jemand geblieben, der sein Leben lang davon geträumt hätte Weinmacher zu sein. Musiker, Schreiberling oder Maler wahrscheinlich…

MÄNNER, WIR HABEN DA WAS FÜR EUCH.

Das hier geht raus an alle Stoppel- oder Vollbartträger, Style-Piraten und gepflegte Herren. Die Hamburger Brooklyn Soap Company kreiert und produziert astreine, natürliche Pflegeprodukte für den Mann und hilft so bei der Transformation vom »regular dude« zum »dapper gentlemen«.

Sämtliche Produkte werden auf pflanzlicher Basis mit veganen, hochwertigen Inhaltsstoffen in Deutschland produziert und liebevoll von Hand konfektioniert. Die Produktpalette reicht vom Body Wash über Beard Wash, Beard Oil, Pomade und Grooming Clay, aluminiumfreies Deo bis zum Shampoo für dunkle oder helle Haare. Alles ist hautverträglich, verwöhngeeignet und duftet großartig männlich, beispielsweise nach Muskat, Eukalyptus und schwarzem Pfeffer.

Alles wird von ein und derselben Person abgefüllt, abgepackt und verschickt. Ein kleiner Zettel am Produkt verrät sogar den Namen des Rührmeisters. So lieben wir das: ehrliche Produkte, mit Liebe produziert und toll vermarktet. Genau das, was wir auch bei feinem Wein schätzen, deshalb haben wir das gute Zeug direkt mal in unser Weinpaket »Herrengedeck« aufgenommen. Eine Flasche Body- oder Beard Wash kommt im Set mit Wein, Rum und Zigarre. Der Herrentag kann kommen!

Der Name zur Company entstand übrigens während eines Aufenthalts der drei jungen Gründer in Brooklyn, NYC. Idee made in USA, Product made in Germany. Fazit: Das kann man sich gepflegt in die Haare schmieren und auf die Haut und in den Bart und überhaupt.

DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN VATER UND SOHN IST BESONDERS.

Im Spannungsfeld zwischen Nacheifern und Übertreffenwollen werden Werte definiert, Geschmäcker geprägt, Prinzipien vererbt und Prioritäten gesetzt. Väter sind die ersten Stilikonen ihrer Söhne.

Produkte, die sie benutzen sind Werkzeug, Schutzutensil oder Pflege gegen die Strapazen des Alltags. Der Vater & Sohn Store in Hamburg Eimsbüttel ist ein Paradies für Männer mit Heritage und Stile, ganz egal ob kinderlos oder mit einer Nachkommenschaft in Fußballteamstärke im Schlepptau. Abseits von Fashionhypes, Massenproduktion und Austauschbarkeit gibt es in dem wunderbaren Laden jede Menge hochwertige, traditionell gefertigte Produkte und Accessoires. Klamotten, Pflegeprodukte und Genießbares gibt es, viel Denim, derbe Boots, Handschuhe, Schals, Mützen und französische Hirtenmesser.

Dinge, die man mitunter nur einmal in seinem Leben kauft. Dinge, die es wert sind, dass sie vom Vater an den Sohn weitergegeben werden. Alles was Mann eben braucht und zwar in gut und haltbar. Der Laden selbst ist eine Augenweide aus Holz, Stein, Chopper und Wildschweinkopf. Ganz ehrlich, hier will man bleiben und wenn es nur zum Klönen ist.

AUF NACH FEUERLAND!

Ach Südamerika, du wunderbarer Kontinent, immer wieder haust du uns so prima Weine um die Ohren. In diesem Fall einen reinsortigen Malbec (Argentiniens Vorzeige-Rebsorte) mit derber Kraft, dunkler Farbe, rauchigen und würzigen Aromen, abgerundet mit reifer Frucht. Und schon lassen wir die Gedanken fliegen, sehnen uns ans Lagerfeuer der Gauchos, inmitten endloser Weite, lauschen dem Klang der Natur, während die Lammkeule über den Flammen brutzelt. ¡Salud! und auf die Freiheit!

ENDLICH WIEDER DRAUSSEN SPIELEN.

Wir müssen mal raus, raus aus der Stadt, weg vom Schreibtisch, rein ins Grüne, in die Natur, Bäume gucken und Erde riechen, Finger schmutzig machen, Wildnis zelebrieren. Liebe urbane Globetrotter, liebe Vorübergehendaussteiger, das hier ist euer Buch. »The Outsiders – New Outdoor Creativity« heißt das 270 Seiten dicke, wunderschön bebilderte Werk, das eine Vielzahl neuer, innovativer Produkte vorstellt und mit Geschichten von Surffotograf Chris Burkard oder Free-Ride Skiweltmeisterin Ane Enderud gleichzeitig ein mehr als erfrischendes Lebensgefühl dokumentiert.

Lasst euch inspirieren von Tokyobikes, Flachmännern, Surfbrettern, Baumhäusern, Outdoor-Jacken, Reisejournalen, Fotografien und Illustrationen für geneigte Outdoor-Aktivisten. Na dann – nix wie raus!

UNS SCHEINT DIE SONNE AUS DEM GLAS

Man nehme ein Einmachglas, pflanze Solarzellen und LED-Leuchten in den Deckel, versehe das Ganze mit einem putzigen Ein- und Ausmachmechanismus via magnetischem Klappbügel und fertig ist die großartigste Erfindung seit es Licht gibt.

Die Sunjars von »Sonnenglas« sammeln tagsüber Sonnenstrahlen, abends erhellen sie bis zu zwölf Stunden lang Gärten, Balkone oder Grillplätze und zwar strom- und anschlusslos. Und weil das Sonnenglas eigentlich ein Einmachglas ist, kann man es auch nach Herzenslust mit allen möglichen dekorativen Dingen füllen. Mögen die Schattenspiele beginnen!

Entstanden ist das Produkt aus einer Notwendigkeit. Mangelnde Stromversorgung ist in vielen Teilen der Welt und vor allem Afrikas ein ernsthaftes Problem. Was es dort hingegen zur Genüge gibt, sind Sonnenstunden. Genau da setzte das deutsche Unternehmen »Sonnenglas« an und entwickelte eine simple aber vollwertige Lichtquelle für Menschen in Gebieten ohne Stromversorgung.

Über 400.000 dieser Gläser wurden inzwischen von den 55 festangestellten Mitarbeitern aus Soweto und Alexandra in Vollzeit gefertigt. Wir fassen zusammen: Ein echtes Kult-High-Tech-Produkt, »handmade with love« in Südafrika, das Energie spart, die Umwelt schont und verdammt viel Spaß macht. Keine weiteren Fragen euer Ehren. Bestellungen werden HIER entgegen genommen.

EINE FLASCHE FRÜHLING.

So langsam steigen die Temperaturen und nähern sich dem zweistelligen Bereich. Die ersten Frühblüher strecken vorsichtig ihre Köpfe gen Himmel und die Sonne liefert einen Vorgeschmack darauf, was so alles in ihr steckt. Frühling liegt in der Luft und vor allem auch im Glas.

Unbeschwert, zugänglich, frisch – der Tollkühn Riesling Jahrgang 2013 von Peter Jakob Kühn ist ein wunderbar balancierter Wein: seine klare Struktur, spritzige Säure und belebenden Zitrusaromen machen ihn zu dem, was er ist – reine Trinkfreude! Hätte man beim Blick auf das Etikett ja fast schon erahnen können. Er passt hervorragend zu Fisch und mit den feinen Zitrusaromen spart man sich fast schon die Zitrone zum Filet.

WAS MACHT IHR EIGENTLICH MIT EUREN WEINFLASCHEN, WENN IHR SIE LEER GETRUNKEN HABT?

Ja klar, besonders schöne werden schon mal mit einer Kerze dekoriert und auf dem Tisch drapiert, aber die meisten landen splitterscherbend in der Altglastonne.

Upwined Candles aus Hamburg hatten da eine ganz andere und, wie wir finden, viel bessere Idee. Vorsichtig trennen sie die leeren Flaschen von ihren Hälsen (zum Glück eine unblutige Angelegenheit) und befüllen das verbliebene Glas mit reinem Soja-Wachs und duftenden Ölen. Upcycling nennt sich das oder besser Upwining in diesem Fall! Und das schont nicht nur die Umwelt, die so viel Wasser und Energie dafür hergeben muss, dass aus den alten Flaschen neue Flaschen werden, sondern sieht auch noch verdammt gut aus und duftet wunderbar nach Bergamotte, Lemon Grass, Zedernholz, Rosmarin, Rose oder wilden Beeren. Die fertigen Duftwunder sind stilecht verpackt und in bester Parfumeurs-Tradition effektvoll unregelmäßig durchnummeriert.

Auf upwinedcandles.com kann man aus zwölf Kreationen für jeden Moment die Passende wählen. Wer vorher lieber doch nochmal dran schnuppern möchte, kann dies in ausgewählten Shops in Hamburg, Berlin, Aalen und Amsterdam. Wir finden, definitiv eine der besten Möglichkeiten, um Weinflaschen ein zweites Leben zu schenken.

SEIT KURZEM GIBT ES AM KREUZBERGER PAUL-LINKE-UFER DAS RESTAURANT SPINDLER.

Der Laden ist auf den Punkt, ohne zu Posen. Er ist herrlich unprätentiös, wirkt irgendwie selbstverständlich und als gäbe es Ihn genau so, schon seit vielen Jahren. Die entspannte Stimmung überträgt sich auf das bunt gemischte Publikum.

Der Service ist per Du, am Nachbartisch wird Genglish-Danish gekauderwelscht, weiter hinten schallend gelacht und immer wieder kreisen staunende Blicke über formvollendet angerichtete Teller. Marinierter Lachs liegt darauf, an gelber und roter Bete mit Ricotta, oder Baby-Artischocke mit violetten Kartoffeln, Romanesco, Süßkartoffelpüree, Rucola und Harissa Vinaigrette, ganz zu schweigen von den verboten großartigen Desserts. Vieles ist bio, nach Möglichkeit aus der Region und stammt aus nachhaltiger Landwirtschaft – alte Sorten und ursprüngliche Geschmäcker, statt Großmarktgemüse.

Die Kompositionen bringen die Komponenten in Harmonie zusammen und schaffen es trotzdem die Aromen der einzelnen Bestandteile zu erhalten. Das Spindler bewegt sich irgendwo zwischen entspanntem Kreuzberger Szeneladen und Nobelküche. Der Laden ist Ausdruck eines neuen kulinarischen Selbstverständnisses in der Hauptstadt und Futter für den gestiegenen Appetit nach ehrlichem Essen mit guten Zutaten, das nicht nur satt, sondern auch glücklich macht. Ein Laden, der nichts beweisen will und damit genau das erreicht. So verbindet man hervorragende Küche mit entspannter Atmosphäre. Berlin Dining, meine Lieben. What a catch!